"Bagger an Kran" - digitale Maschinenkommunikation auf der Baustelle
Shownotes
Baustellen sind häufig Großprojekte - und je umfangreicher das Bauprojekt ist, desto größer werden auch die organisatorischen Herausforderungen. Mehr als 50 Unternehmen sind im Durchschnitt am Bau eines Hochhauses beteiligt, und viele davon bringen schweres Gerät mit. All diese Maschinen verschiedener Hersteller effizient zu koordinieren, ist eine der wichtigsten Aufgaben für die Planer und Baustellenleiter. Vor einigen Jahren wurde unter der Regie des VDMA die Arbeitsgemeinschaft Machines in Construction 4.0, kurz MiC 4.0 gegründet, um genau diesen Prozess ins digitale Zeitalter zu bringen. Ihr Ziel es ist, eine einheitliche, maschinenunabhängige digitale Kommunikation rund um den Bauprozess zu erarbeiten.
Aber was genau kann mit Hilfe dieser digitalen Baustellensprache vor Ort erreicht werden? Und wie werden die Erkenntnisse von MiC 4.0 in der Praxis umgesetzt?
Diese Fragen beantworten wir in unserer neuen Folge des Industrie Podcasts "Bagger an Kran" - digitale Maschinenkommunikation auf der Baustelle.
Produktion: New Media Art Pictures
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00:00:04: Auf einer Baustelle geht's manchmal zu wie in einem Bienenstock.
00:00:13: Überall Bewegung, überall Menschen und jeder hat seinen eigenen Rhythmus.
00:00:18: Je größer das Bauprojekt, desto mehr Akteure tummeln sich dort.
00:00:23: Beim Bau eines Hochhauses sind es im Schnitt über fünfzig Unternehmen, viele davon mit tonnenschwerem Gerät.
00:00:30: Und damit all diese Maschinen nicht durcheinander brummen, braucht es eine klare Kommunikation.
00:00:36: Das ist eine der wichtigsten Aufgaben für die Planer- und Baustellenleiter.
00:00:41: Um diesen Prozess ins digitale Zeitalter zu bringen, ist vor einigen Jahren die Arbeitsgemeinschaft Machines in Construction four.nur kurz MIG four.nur gegründet worden.
00:00:53: Ihr Ziel ist es, eine einheitliche, maschinenunabhängige, digitale Kommunikation rund um den gesamten Bauprozess zu entwickeln.
00:01:03: Aber was lässt sich mit dieser digitalen Baustellensprache konkret erreichen?
00:01:08: Wie werden die Konzepte von mikv.null in der Praxis umgesetzt?
00:01:12: Und welche Ziele setzt sich die Arbeitsgemeinschaft für die kommenden Jahre?
00:01:17: Darüber sprechen wir in dieser Ausgabe des Industrie-Podcastes VDMA mit dem Titel Bagger an Kran.
00:01:24: Digitale Maschinenkommunikation auf der Baustelle.
00:01:27: Und ich freue mich sehr, dafür Rainer Schrode, Inhaber der MTS Schrode AG und Spezialist für Automatisierungsstrategien im Tiefbau begrüßen zu dürfen.
00:01:36: Hallo Herr Schrode.
00:01:38: Schönen guten Tag.
00:01:39: Stehend als ich dabei sein darf.
00:01:41: Ja und hallo mit dabei auch Dr.
00:01:44: Darius Sostoff, Leiter der VDMA Arbeitsgemeinschaft Machines in Construction.
00:01:50: Herzlich willkommen auch an Sie.
00:01:52: Ja auch vielen Dank und herzlich willkommen von meiner Seite.
00:01:55: Mein Name ist Steffi Burmeister und lassen Sie uns zum Start des Podcasts mal direkt den Titel des Podcasts auf seine Plausibilität prüfen.
00:02:05: Bagger an Kran.
00:02:06: Können denn Maschinen heute schon selbstständig miteinander auf der Baustelle kommunizieren, Herr Schrode?
00:02:13: Ich stemme gerade den Newscase vor Bagger am Kranz, wie das dann in der Praxis dann auch aussieht.
00:02:19: Grundsätzlich geht es ja um das Thema Kommunikation.
00:02:23: Ich muss mal noch überlegen, wie der Bagger am Kranz kommuniziert.
00:02:29: Aber grundsätzlich denke ich, ist es unheimlich wichtig, hier das Thema Kommunikation auch und innerhalb den Maschinen voranzutreten.
00:02:40: Dr.
00:02:40: Sostoff, im Titel heißt es ja Digitale Kommunikation auf der Baustelle.
00:02:45: Ist das denn Zukunftsmusik oder geht es bereits irgendwie?
00:02:50: Nun, bei Digitalisierung und Digitalisierung der Baustelle denkt man immer an Maschinen-to-Maschinen-Kommunikation.
00:02:56: Das ist sicher etwas, was am Ende des Tages dann auch kommen wird, aber zu Beginn müssen wir natürlich überlegen, wer spricht mit welcher Sprache, welche Information an wehen.
00:03:07: Und das ist der Ansatz von mikv.null.
00:03:09: Wir haben einfach zu viele Hersteller, die mit unterschiedlichen eigenen Sprachen sprechen und der Bau Anwender, der Bauunternehmer, der Maschinenanwender hat zum Schluss das Problem, dass diese Maschinen sich untereinander nicht verstehen.
00:03:24: Das bedeutet, wenn eine Maschine nach einer vorgegebenen Norm, in unserem Fall ist das die ISO-Fünfzehn, Eins, Vier, Drei, die Aufgabe hat zu senden, ist sie an oder aus, dann versteht jeder Hersteller leider aktuell etwas ganz anderes darunter.
00:03:40: Das heißt, der eine Maschinenhersteller sagt, Meine Maschine ist an, wenn die Zündung an ist.
00:03:48: Der andere Maschinenhersteller sagt, nein, es muss ein Verbraucher laufen, Radio oder Klimaanlage.
00:03:54: Der dritte Hersteller sagt, nein, der Motor muss an sein.
00:03:57: Und der vierte Hersteller sagt, es kommt drauf an, wie groß die Maschine ist.
00:04:01: Das ist das Problem, was auch Herr Schrode sagte.
00:04:03: Jeder hat seine eigene Lösung.
00:04:06: Der Bauunternehmer zum Schluss hat aber ganz viele Maschinen von ganz vielen Herstellern und kann mit so vielen Lösungen nicht arbeiten.
00:04:12: Und das ist der Ansatz von mikv.null, dies zu vereinheitlichen.
00:04:17: Dann lassen Sie uns noch tiefer ins Thema einsteigen.
00:04:20: Mikv.null klingt so ein bisschen wie ein Science-Fiction-Titel.
00:04:24: Wir haben es schon gesagt, steht für Machines in Construction.
00:04:27: Was fällt da alles drunter, Herr Schrode?
00:04:30: Maschinen in Konstruktion.
00:04:32: Ich denke, da müssen wir noch mal kurz ganz vorne anfangen, was denn überhaupt die Probleme sind.
00:04:39: Und das Problem ist vor allem aus User-Sicht, also aus Sicht des Bauunternehmers und der Status, wo ein Katastrophal fällt.
00:04:49: Wir haben überhaupt keine Standarzt.
00:04:52: Jeder Hersteller versucht, hier eigene Lösungen auf den Markt zu bringen.
00:04:57: Und somit sind auch die Maschinen einerseits nicht wirklich austauschbar.
00:05:03: Jeder hat also ein eigenes Datenformat ein Stück weit entwickelt.
00:05:08: Und wenn wir da einfach leistungsfähiger würden möchten, das müssen wir auch.
00:05:15: Geht es einfach darum, wie können wir versuchen, dass die Hersteller ein branchenübergreifendes Verständnis hier aufbauen, um einfach auch wie sie Standards zu definieren, Standards auch von Datenformate, sodass wir die Information austauschen können.
00:05:35: Das ist die eine Seite und auch die andere Seite, dass, wenn wir auch Maschinen untereinander ankuppeln, nicht dass da auch Schäden entstehen oder auch sicherheitsrelevante Probleme hier.
00:05:48: Das wird die einfach auch hier versuchen, komplett zu vermeiden.
00:05:54: Und das gänzt natürlich auch im Kontext der Digitalisierung, wo man das auch im Gesamten betrachten muss.
00:06:02: Aber grundsätzlich nur mal, wir müssen da einfach Standards definieren, sodass wir einfach effizienter und leistungsfähiger werden.
00:06:11: Dr.
00:06:11: Sostoff, wie kam es denn überhaupt zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft, die eben dieses Digitalisierungsziel jetzt schon seit ein paar Jahren verfolgt?
00:06:20: Der Start war eigentlich relativ einfach.
00:06:22: Wir hatten einen Infotag, so wie wir das nennen, im VDMA.
00:06:25: Und zwar ging es da über Maschinen und Baustellen.
00:06:28: Wir hatten achtzig Maschinenhersteller zu Gast.
00:06:31: Wir hatten zwanzig Bauunternehmen zu Gast.
00:06:33: Und ein Vortragende von einem Bauunternehmen sagte in diesem Saal, ihr baut eigentlich ganz gute Maschinen.
00:06:40: Aber wir als Anwender, wir sagen euch, wie ihr die noch besser bauen könnt.
00:06:45: Da war natürlich erstmal richtig Stimmung im Saal, weil die Hersteller sagten, was soll denn das?
00:06:50: Dann haben wir uns alle gemeinsam hingesetzt.
00:06:52: Hersteller auf der einen Seite, Baumaschinen-Anwender auf der anderen Seite.
00:06:56: Und dann kam heraus, wir brauchen Daten, wir brauchen verlässliche Daten, wir brauchen Daten, die vergleichbar sind, eben Hersteller unabhängig und auch Maschinen übergreifend.
00:07:07: Und es kann in Zukunft nicht mehr jeder Hersteller seine eigene Lösung bringen.
00:07:11: Wir wollen von euch wonn Digital Language, also eine einheitliche digitale Sprache, einheitliche Bedeutung und One Common Understanding, also ein einheitliches Verständnis.
00:07:23: Und das war der Moment, wo wir gesagt haben, der Kunde wünscht etwas, die Hersteller können es liefern.
00:07:28: Und jetzt müssen wir auch zusammenarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen.
00:07:32: Maschinen, die mit anderen Maschinen kommunizieren, das ist für den VDMA schon länger ein Thema, ein wichtiges Thema.
00:07:39: Und was macht es jetzt auf der Baustelle nochmal so besonders?
00:07:42: Dr.
00:07:43: Sostoff?
00:07:43: Auf der Baustelle ist es etwas anders als in einer Fabrikhalle, wo Maschinen oftmals auch von gleichen Herstellern, auch verschiedenen, aber zumindest stationär stehen, die ich wunderbar miteinander vernetzen kann.
00:07:56: Auf einer Baustelle, Sie hatten in Sinéum Eingangsstatement gesagt, sind ganz viele Unternehmen.
00:08:03: Gleichzeitig tätig, je nach Größe der Baustelle.
00:08:06: Und jetzt stellen sich vor, jeder, der dort zu dieser Baustelle aktiv beiträgt, hat seine eigenen Maschinen dabei.
00:08:13: Unterschiedlicher Art.
00:08:14: Bagger, Kran, was ja auch Thema unseres Gesprächs ist, Bagger an Kran.
00:08:19: Dann haben sie noch einen Straßenfertiger, dann haben sie noch eine Walze.
00:08:23: Und das alles von unterschiedlichen Herstellern.
00:08:25: Und der Bauunternehmer muss jetzt diese Sprache, sprich die Informationen, die von diesen Maschinen kommen, Auf seine Software, auf seine Bausoftware hineinspielen.
00:08:36: Das ist so ähnlich wie wenn sie DOS, Linux und Windows und was weiß ich alles vereinheitlichen müssen und das ist nicht so ganz einfach für das Bauunternehmen.
00:08:45: Und genau das ist der Grund, warum es heißt, wir brauchen hier etwas Einheitliches, damit wirklich alle die gleiche Sprache sprechen.
00:08:53: Es ist realisierbar, es ist nicht einfach, weil man natürlich jeden Hersteller davon überzeugen muss, dass seine Lösung gut ist, aber der Anwender etwas Einheitliches zusammen mit seinem Marktbegleiter haben möchte.
00:09:06: Und das ist natürlich auch die Herausforderung, die wir haben, die Überzeugungsarbeit.
00:09:10: Wie sage ich dem Unternehmen, mach es bitte mit dem anderen zusammen, damit der Kunde zufrieden ist.
00:09:15: Ich fand, das kennt sich auch nochmal, da ist mal ein Beispiel vielleicht verdeutlichen.
00:09:20: Das Problem ist, wir haben im Zuge der Automatisierung und Digitalisierung auch immer mehr Werkzeuge zu verfügen.
00:09:29: Die traurische Werkzeuge und die Anbruggeräte sind auch mit der Bagger oftmals gar nicht abgestimmt.
00:09:36: Das bedeutet, wenn ich die Traurisches Gerät ankuble, dann ist der Bagger oftmals gar nicht richtig eingestellt auf Druck und Liter.
00:09:46: Und somit haben wir mit dieser Lösung mit MIG Und
00:10:11: wenn ich es richtig verstehe, ist ja die Herausforderung für die Hersteller, dass die ihre Maschinen mit Schnittstellen ausrüsten müssen.
00:10:18: Wie stehen die dazu?
00:10:19: Machen die das jetzt alle fröhlich oder gibt es da irgendwelche Bedenken, Herr Schrode?
00:10:23: Ach ja, voller Begeisterung.
00:10:26: Ach nee, das ist eine Katastrophe, finde ich.
00:10:29: Am Anfang ist alles so schwierig.
00:10:32: Ich hatte ja im Jahr zwanzigsechzehn auf der Baumarsch schon und versuchte alle Herstellern mal zusammenzuholen.
00:10:40: um einfach klarzumachen, wir haben ein Problem.
00:10:44: Und das Ergebnis war dann zuerst mal ganz ernüchternd, weil dann schon das Thema war, wir haben doch eine Lösung mit unserer Lösung.
00:10:52: Und daraus, wenn ich einfach so in meinem Review mal überlege, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war glaube ich, das war oder sollen wir aufgrund dem Einheitswillen halber sozusagen nochmal von vorne beginnen.
00:11:16: Das war genau der Punkt.
00:11:17: Wir mussten da ganz unten wieder anfangen, um das gemeinsam rauszuarbeiten, weil sonst immer auch immer der eine meint, wir übernehmen das Konzept vom anderen.
00:11:29: Und das war schon eine riesengroße Herausforderung.
00:11:36: Die Hersteller, die sich als Ja, intensive Marktbegleiter betrachten, durch alle einen Tisch zu bekommen und dann einfach sagen, wir wollen doch gemeinsame Lösungen finden, wo dann im Ende des Tages auch alle davon profitieren.
00:11:51: Also das war das so ganz fröhlich.
00:11:54: Meine Begeisterung war groß, das Teil der Tränen war auch groß, aber wir haben immer fest daran geglaubt, dass wir das hinkriegen.
00:12:03: Gibt es denn noch andere Herausforderungen, wenn es darum geht, den MIG-Vier-Punkt-Null-Gedanken umzusetzen?
00:12:09: Mich anderen technischen Herausforderungen beispielsweise?
00:12:12: Ja, also ist auch im Laufe der Projektierung schon neue Ideen auf.
00:12:18: Das finde ich auch bei uns intern ganz spannend.
00:12:21: Alle reden von MIG-Vier-Punkt-Null und dann merken wir selber, dass nicht alles noch eindeutig und klar ist.
00:12:28: Und letztendlich geht es ja darum, wenn wir alle Geräte hier einbinden und nicht nur einen Teil.
00:12:36: Und das ist eine Herausforderung.
00:12:39: Und ich war in einer kurze Eingeladen bei einer Veranstaltung vom VdBUM.
00:12:44: Da wurden ja so vierzig Unternehmer gefragt, wie seht ihr das Ganze?
00:12:48: Und das Ergebnis fascht sehr positiv.
00:12:51: Ja, noch wir wollen das.
00:12:52: Also die Hersteller, vor allem auch die ... die für die Technik zuständig sind, die haben gesagt, wir wollen das machen.
00:13:00: Also sind bereit einfach auch Geld zu investieren, um nachher auch wieder Geld zu sparen.
00:13:05: Okay, aber die Herausforderungen.
00:13:06: vielleicht noch mal fällt Ihnen da noch was ein?
00:13:09: Die technische Herausforderungen, die sind letztendlich gar nicht technisch so groß.
00:13:16: Es geht viel mit darum, dass alle sich auf eine Technik verständigen, die wir dann verenden.
00:13:23: Also technisch ist es nicht mal so die große Herausforderung, sondern dass sich die Hersteller sagen, ja wohl, wie einig uns auf eine gewisse Betrate, wie einig auf das Datenformat, auf den Twirschnitt, auf die Schnittstelle, das ist so die größte Herausforderung.
00:13:39: Das ist natürlich in manchen Fällen schon so, dass der Anwender sagt und das und das und das möchte ich auch noch haben und dann natürlich auch ein Hersteller sagt, nein, das geht jetzt konstruktiv in mein Produkt ein und da hältst du dich bitte raus.
00:13:52: Ich entscheide, ob ich eine Lampe einbaue, ob ich sonst was einbaue.
00:13:56: Da kann man auch immer wieder nur dann darauf drängen oder darauf gehen, dass man sich untereinander auf Seiten der Hersteller auf einen Standard wie bei einer Norm auch verständigen kann, aber man kann und das kann auch der Anwender nicht unbedingt einem Hersteller vorschreiben, du hast das morgen so und so zu machen.
00:14:14: Das ist natürlich ganz klar Hoheit des Herstellers.
00:14:17: Das ist allerdings auch eine Herausforderung, denn wenn der Kunde heute sagt, ich möchte das haben, muss natürlich auch in einem gewissen Rahmen der Hersteller reagieren.
00:14:27: Und ist das denn jetzt schon aber passiert?
00:14:29: Gibt es so eine Norm?
00:14:31: Ja, die Norm existiert seit Jahrzehnten.
00:14:33: Da wurde der erste Ansatz gemacht.
00:14:35: In Jahrzehnten kam dann Teil drei mit den Flockenmanagement-Daten, den sogenannten Zustandsdaten.
00:14:42: Ja, wer hält sich da dran?
00:14:44: Wann ist die Maschine an?
00:14:45: Wann ist sie aus?
00:14:46: Jeder Hersteller interpretiert das für sich, erhält sich zwar an die Norm und sendet das Datum, nur die Norm sagt ihm nicht, in welchem Zustand sich die Maschine dann befinden soll.
00:14:55: Also, sagt jeder Hersteller, ich gebe dir doch die Daten, die die Norm verlangt.
00:15:00: Aber ich interpretiere das so, wie ich das für richtig halte.
00:15:03: Und das ist die Herausforderung.
00:15:05: Und auch das war mit ein Grund, von Mick Vernull zu sagen, zum einen, es gibt die Norm.
00:15:09: Also erfinden wir nichts Neues, weil es macht keinen Sinn, etwas Neues zu erfinden, wenn schon etwas existiert.
00:15:15: Aber wir müssen die Norm etwas konkretisieren.
00:15:18: Und da gehen die Hersteller Gott sei Dank ein Stück weit mit.
00:15:22: Es sind dann gemeinsame Verständnisse, dass man sagt, so haben wir uns geeinigt bei Mick Vernull, wenn die Maschine sendet, ich bin an.
00:15:30: dann weiß der Kunde, die Hersteller, ja, verbergen dahinter den Zustand, die Kurbelwelle dreht sich auf einem Verbrennermotor oder bei einer elektrischen Maschine ist der Hauptschalter an.
00:15:42: Diese Normen gibt es, ja, seit längerem.
00:15:44: Das Problem oftmals ist, dass sie ohne Anwender gemacht werden, sondern nur von einer Seite.
00:15:49: Und Mick für Null hat das von Anfang an aufgegriffen und hat gesagt, wir holen die Anwender mit an den Tisch, denn die müssen mit den Daten arbeiten, die sie haben wollen, von den Herstellern.
00:16:00: Und wenn wir jetzt nochmal auf die Baustelle zurückgehen, was verbessert sich denn ganz konkret bei den einzelnen Maschinen oder zwischen den einzelnen Maschinen durch die Kommunikation?
00:16:10: Man hat von verschiedenen Maschinen, denn die Daten von der Maschinen, die Informationsdaten von der Leistung oder Inspektion, dann ganz klasse, man kann einfach mehr Geräte untereinander austauschen, untereinander kommunizieren können, die gleichen Standart haben.
00:16:29: Die Gräte sind besser untereinander abgestimmt.
00:16:31: Das bedeutet, wir haben einerseits sehr hohen Sicherheit, weniger Energieverbrauch, eine höhere Leistung untereinander und letztendlich man spart auch keine Herstellungenkosten von den Bohrmaschinen, weil die einfach Standards da sind, sodass nicht jeder Hersteller einzeln so zu sagen, hier die Komponenten nochmals aufbohren muss.
00:16:56: Und wenn man so ein bisschen nach vorne guckt, was ja auch im Arbeitskreis umgesetzt wurde, das finde ich persönlich ganz spannend.
00:17:04: Auch das Thema Tridesteuerung, dass einfach auch die Geometritaten übernommen werden an den Bagger, sodass der Bagger automatisch erkennt.
00:17:12: Also habe ich vorne für ein Anbauwerkzeug dran und dann entsprechend auch Profilgerät ausschachten und einbauen.
00:17:19: Also es ist ein ganz hier großer Blumenstrauß, was hier ein Vorteil auf der Baustelle entsteht.
00:17:25: Und davon profitiert letztendlich auch der Kunde, also der Bauherr.
00:17:29: Es wird insgesamt günstiger, hat ja noch andere Vorteile, dadurch, dass die Maschinen digital kommunizieren auf der Baustelle.
00:17:37: Ja, die Frage ist, was heißt?
00:17:38: es wird Geld gespart?
00:17:39: Wie wird Geld gespart?
00:17:41: Geld wird natürlich in Zeit gespart, in Ressourceneffizienz.
00:17:45: Und wenn Sie heute sich die andere Seite anschauen, einen Auftrag geben, ich beauftrage Sie, eine Straße zu bauen und sage Ihnen gleich mit dazu, ich möchte einen CO-Zwei-Bilanz haben und ich möchte auch wissen, wie lang, wie gut ist die Straße gebaut, wie lang hält die Straße und der welcher Belastung, dann ist das heute nur mithilfe dieser Daten darstellbar.
00:18:06: Aufträge, die heute erteilt werden seitens eines Auftraggebers, sind natürlich mit vielen Daten zu hinterlegen.
00:18:13: Wie viel CO² habe ich verbraucht?
00:18:14: Oh, der andere hat andere Maschinen, der verbraucht vielleicht weniger CO².
00:18:18: Also ist das auch für mich als Auftraggeber vielleicht interessanter, einen anderen Superauftragen.
00:18:22: Also da hängen sehr viele Dinge dran und am Ende des Tages spielt natürlich da auch Geld.
00:18:27: eine Frage.
00:18:28: Eine Maschine kostet Geld, eine bessere Maschine kostet wahrscheinlich mehr Geld.
00:18:32: Und jetzt muss der Markt entscheiden, dass jeweilige Unternehmen entscheiden, in was investiere ich, dass man zum Schluss spart, weil man Prozesse arbeiten, schneller erledigen kann, weil man Bilanzen, Ergebnisberichte schneller erstellen kann, weil vielleicht die ganzen Arbeitenden besser mit diesen Maschinen umgehen können.
00:18:51: Das erklärt sich dann durch den Begriff Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz.
00:18:56: Genau, ja.
00:18:57: Und ich denke für den Bauherr selber, der, wo in des Tages auch das bezahlen darf, Ich denke, es wird einerseits günstiger, man hat auch verlässliche Informationen.
00:19:09: Man muss es in zwei Richtungen sehen, einmal vertikal auf der Baustelle und horizontal mit den ganzen Prozesspartnern zusammen.
00:19:17: Und ich denke, wir können dann draußen zuverlässiger auch dokumentieren, was gebaut worden ist und da auch wieder Daten aus der Stadt findet, sodass der Bauherr nachher auch eine klare Geometrie bekommt, was gebaut worden ist.
00:19:32: und auch entsprechende Nachweise mit dabei sind, um einfach auch sicherzugehen, dass die Qualität auch entsprechend erzielt worden ist.
00:19:42: Jetzt sind Dr.
00:19:43: Sostoff bei Mikviel.null nicht nur Baumaschinenhersteller und Baufirmen mit dabei, sondern auch Hochschulen und Forschungsinstitute.
00:19:52: Wie kommt das?
00:19:53: Wie bringen die sich denn ein?
00:19:55: Hochschulen und Forschungsinstitute haben den Vorteil, auf ihrem Forschungsfeld ausprobieren zu können, machen zu können, was sie wollen, herausfinden zu können, was denn prinzipiell geht.
00:20:08: Ohne darauf achten zu müssen, ich muss mindestens fünf Maschinen pro Jahr verkaufen, sonst kann ich meine Mitarbeiter nicht bezahlen oder mein Unternehmen nicht halten.
00:20:15: Wir hatten vor einigen Jahren das Forschungsprojekt Bauenvier.null und Bauenvier.null hat aufgezeigt, dass eine Automatische Baustelle mit Maschinen, die untereinander kommunizieren, möglich ist.
00:20:29: Jetzt stellen Sie sich das mal auf eine Autobahnbaustelle oder auf eine Großbaustelle vor, wo Sie unterschiedliche Maschinen haben, unterschiedliche Bauunternehmen, die Ihre Subunternehmer noch mal haben.
00:20:40: Das ist in der Praxis nicht darstellbar.
00:20:42: Und das ist der Vorteil einer Hochschule, eines Forschungsinstituts.
00:20:46: Sie können, wie ich immer so ein bisschen salopp sage, Sie können ausprobieren und machen, was Sie wollen, um aufzuzeigen, so könnte es, so kann es in der Zukunft gehen.
00:20:56: Und dann ist es natürlich an den Praktikern, an den Maschinenherstellern, an den Bauunternehmen zu sagen, das nehmen wir auf, das können wir auch im normalen täglichen Geschäft implementieren und einführen.
00:21:08: Und deshalb sind Hochschulen, Forschungsinstitute gerade auch für solche Zukunftsthemen Digitalisierung enorm wichtig und unverzichtbar.
00:21:16: Eine Besonderheit bei mic.v.o.
00:21:18: ist ja auch, dass die Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaft auch nicht Mitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
00:21:27: Wie kommt es dazu?
00:21:28: Warum diese Strategie?
00:21:30: Der Gedanke ist relativ einfach.
00:21:32: Wir haben heute aktuell von vielen Herstellern Lösungen.
00:21:36: Die sind natürlich monetär anbieten.
00:21:38: Das ist auch richtig so, wollen wir gar nicht widersprechen.
00:21:41: Nur der Kunde sagt, ich möchte eine einheitliche Geschichte.
00:21:44: Und wenn wir jetzt beginnen würden und sagen würden, bei Mikrofon Null das verkaufen wir auch und machen damit, ich sage mal Geld, natürlich geht es am Ende des Tages auch darum, aber wir machen das nur für einen bestimmten Kreis, dann würden wir genau diese Spur weiterfahren.
00:21:59: Wir bieten eine Insellösung an.
00:22:00: Wir wollen aber, dass diese MIG-Fürnull dieser offene Ansatz für alle gleichermaßen zur Verfügung steht.
00:22:07: Wobei wir da natürlich sagen müssen, wir verständigen uns bei MIG-Fürnull ja nur darauf, um welche Daten geht es und was bedeuten Sie?
00:22:15: wenn Sie diese Daten von mir bekommen.
00:22:17: Was ein anderer später daraus macht, ein Flotten-Management-System, ein Qualitätssicherungs-Beschreibungssystem, das ist nicht mehr Thema von Nik für Null.
00:22:27: Das heißt, wir einigen uns nur auf die Sprache, die wir sprechen und was diese Sprache bedeutet.
00:22:33: Und das zu verkaufen hinterher, das wäre, glaube ich, nicht zielführend.
00:22:37: Deshalb sagen wir, all diese Ergebnisse sind kostenfrei für alle, später draußen anzuwenden.
00:22:42: Und was dann, findige Unternehmer, daraus vielleicht für ein Business-Modell machen können, das ist jedem selbst überlassen.
00:22:50: Jetzt lassen Sie uns zum Abschluss des Podcasts noch mal auf die Baustelle der Zukunft beamen.
00:22:55: Herr Schrode, wie wird so eine Baustelle in zehn Jahren aussehen?
00:22:59: Wie unterscheidet die sich von einer, von heute?
00:23:02: auf eine Baustelle beamen.
00:23:04: Soweit sind wir wahrscheinlich noch nicht.
00:23:08: Nächstes Mal geht es darum, nicht müde zu werden, um einfach das Preis voranzutreiben.
00:23:13: Ich bin zu hundert Prozent überzeugt, dass es richtig ist.
00:23:18: Und wenn ich mal zehn Jahre mal vorausschaue, wir haben das Thema Fachkräfte, zum Beispiel müssen produktiver werden.
00:23:26: Und ich bin überzeugt, dass wir in zehn Jahren Wenn wir das so weiterentwickeln, merken wir die Leistungsfähigkeit und da wollen wir auch wieder darin hart arbeiten mit unseren Innovationen.
00:23:41: Ist es Ziel, dass wir die Produktivität verdoppeln?
00:23:45: Das ist mein Ziel, das zu erreichen.
00:23:49: Und gleichzeitig mit noch viel mehr Spaß und Freude.
00:23:51: Ja, das ist gerade auch noch so.
00:23:54: Das wird natürlich sehr davon abhängen, inwieweit alle Maschinenhersteller, alle Bauunternehmen auch weiterhin an einem Strang ziehen.
00:24:03: Es geht natürlich auch heute schon bei vielen Maschinen Richtung Teil Automatisierung und irgendwann wird auch eine Vollautomatisierung der Fall sein.
00:24:11: Ich habe gesagt, mein Traum wäre Sonntagsabend.
00:24:14: Ich drücke auf das Tablet und Freitagsabend ist mein ein Familienhäuschen zusammen mit Vorgarten und Swimmingpool fertig.
00:24:21: Das ist natürlich enorme Zukunftsmusik.
00:24:23: Aber Fachkräftemangel, wir haben es schon gehört, Wir müssen sehen, dass wir Prozesse teilautomatisieren, dass wir Prozesse vollautomatisieren, nämlich die, die einfach sind, die auch zum Teil in ihrer Arbeit stupide sind, wo auch der Maschinenbediener dann sagt, ich fühle mich hier nicht gefordert.
00:24:40: Fachkräftemangel.
00:24:42: Wir werden auf jeden Fall immer mehr.
00:24:44: automatisierte Prozesse bekommen, die ganz einfach auch der Qualitätsanforderung an oder auf der Baustelle geschuldet sind.
00:24:51: Und insofern, wir haben auf jeden Fall einen sehr langen Weg vor uns, bis eine Baustelle vollautomatisch funktionieren sollte.
00:24:59: Aber eins ist ganz sicher, der Weg dorthin führt nur und ausschließlich über ein gemeinsames Datenverständnis und über gemeinsames Schnittstellen und über ein gemeinsames Verständnis der Daten, die wir übertragen und was sie bedeuten.
00:25:13: Ja, vielen Dank.
00:25:14: Wir haben einen ziemlich lebhaften Eindruck davon bekommen, wie viel Potenzial in einer gemeinsamen digitalen Sprache für Baumaschinen steckt, von klareren Abläufen über bessere Auslastung bis hin zu mehr Sicherheit.
00:25:27: mic.v.o.
00:25:28: zeigt, dass digitale Kommunikation auf der Baustelle wichtig ist und längst nicht mehr nur ein Zukunftsthema ist, sondern Schritt für Schritt Realität wird.
00:25:38: Ein großes Dankeschön an meine Gäste, Rainer Schrode von der MTS Schrode AG.
00:25:42: Danke für die praktischen Einblicke und ihre Erfahrung direkt aus dem Tiefbau.
00:25:48: Und danke auch an Dr.
00:25:49: Sostorf, Leiter der VDMA, Arbeitsgemeinschaft MIG-IV.null.
00:25:54: Danke für die spannenden Hintergründe und den Ausblick auf das, was da noch kommt.
00:25:59: Ich bedanke mich auch bei Ihnen.
00:26:01: Mehr Informationen bekommen Sie auf vdma.eu.
00:26:05: Schön, dass Sie dabei waren.
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00:26:16: Bis zum nächsten Mal.
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