Vom Abfall zum Wertstoff: Recyclingtechnik macht den Unterschied
Shownotes
Abfälle sind wertvolle Rohstoffquellen und Recycling ist für eine Kreislaufwirtschaft die zwingend notwendige Voraussetzung. Deutschlands Bilanz im Sammeln und Wiederverwerten von Materialien aller Art kann sich sehen lassen - auch, weil die benötigte Technologie weiterentwickelt wird. Luft nach oben gibt es aber noch genug, sowohl in den etablierten Recyclingprozessen als auch in der Wiederverwertung anderer Stoffe wie zum Beispiel Baustoffe oder Textilien. Abfälle müssen von der Gesellschaft grundsätzlich stärker als Wertstoffe anerkannt und als solche behandelt werden. Es braucht größere Mengen an richtig gesammelten Abfällen, um Recyclingmaschinen lohnend betreiben zu können, erläutert Michael Ludden, Geschäftsführender Gesellschafter von Sutco Recycling Technik. Umgekehrt machen Leichtsinn und Gedankenlosigkeit erhebliche Probleme: Jede Batterie ist ein potenzieller Brandherd, wenn sie im Hausmüll landet, warnt Dr. Sarah Brückner, Leiterin VDMA Umwelt und Nachhaltigkeit. Nicht nur in den Sortieranlagen entstehen deshalb täglich Brandvorfälle, auch Müllfahrzeuge sind gefährdet.
Produktion: New Media Art Pictures
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00:00:04: Abfälle sind wertvolle Rohstoffquellen, das haben wir in den vergangenen Jahren gelernt.
00:00:14: Lieferengpässe bei vielen Rohstoffen haben uns dann daran erinnert, dass diese Schätze nicht nur im Bodenschlummern sondern auch in unseren Mülltonnen und Altgeräten.
00:00:24: Das ist ja sogenannte Siedlungsabfall also Abfälle alle Abfelle die in haushalten Im Handel und Gewerbe Büros und institutionellen Einrichtungen anfallen.
00:00:34: Im Jahr two-tausenddreiundzwanzig waren das in Deutschland sechshundert dreizehn Kilogramm je einwohner.
00:00:40: Damit lagen wir mit unserer Abfallmenge deutlich über dem EU-Durchschnitt von fünfhundertelf Kilogramm je Einwohner.
00:00:47: Allerdings dabei wichtig
00:00:48: zu erwähnen,
00:00:49: in den EU-Mitgliedstaaten wird mittlerweile deutlich mehr recycelt!
00:00:53: Ninzeundfünfundneunzig waren es lediglich neunzehn Prozent des Siedlungsabfalls, zwei tausenddreiundzwanzig dann schon achtundvierzig Prozent.
00:01:02: und bei uns in Deutschland kamen wir zuletzt auf eine Recyclingquote von neunundsechzig Prozent.
00:01:08: Also alles gut in der Recyclingwirtschaft, in Deutschland und Europa?
00:01:12: Oder sind die Lücken doch größer als sie sein sollten.
00:01:16: Welche Technologien brauchen wir um die Recylingquoten weiter zu steigern?
00:01:20: Und dazu begrüße ich meine beiden heutigen Gäste.
00:01:26: Das ist zum einen Michael Ludden, Geschäftsführender Gesellschafter von Sudco Recycling Technik, einem führenden Hersteller von Sortieranlagen und anderen Maschinen zur Abfallwiederverwertung aus Bergisch-Klabbach.
00:01:40: Und Michael Ludde ist außerdem Vorstandsvorsitzende im VDMA Fachverband Abfall & Recylingtechnik.
00:01:47: Herzlichen willkommen!
00:01:49: Ja hallo.
00:01:50: Und zum anderen begrüße ich Dr.
00:01:52: Sarah Brückner, Geschäftsführerin des VDMA-Fachverbandes Abfall und Recyclingtechnik und Leiterin der Abteilung Umwelt & Nachhaltigkeit.
00:02:04: Hallo!
00:02:05: Mein Name ist Steffi Burmeister.
00:02:07: Herr Loden können Sie vielleicht kurz zusammenfassen wie weit wir auf diesem Weg in den vergangenen drei Jahrzehnten schon gekommen sind?
00:02:14: Ich bin angefangen in meiner Karriere als Vertriebsmitarbeiter bei meinem Vater und wir haben Müllpressen verkauft.
00:02:23: Und ich kann Ihnen sagen, dass die Entwicklung der letzten dreißig Jahre so ist das sich Müll pressenverkauft habe.
00:02:29: vor fünfzehn Jahren habe ich Abfallpressen verkoft und heute verkaufe ich Wertstoffpressen obwohl ich sagen muss dass die Maschine sich nicht wirklich verändert hat.
00:02:41: Daran zeigt sich eigentlich Das dieses Wort Müll war sehr negativ aufgeladen.
00:02:46: Abfall war schon einigermaßen neutral und wenn wir heute schauen, dann wissen wir das über Wertstoffe reden und dass wir die zurück in den Kreislauf führen müssen und da eine Ressource haben, die wir unbedingt nutzen sollten und die wir nicht einfach nur verbrennen
00:03:02: dürfen.".
00:03:03: Und aus Ihrer Sicht oder aus der Sicht des VdMA Frau Dr.
00:03:06: Brückner welche Meilensteine hat sich bei Ihnen besonders eingeprägt?
00:03:12: Wertstoffe, das Thema Abfall.
00:03:14: Ein Thema der Abfall- und Recyclingtechnik.
00:03:16: Heute spielt es auch im GesamtvaultMA eine Rolle wenn wir darauf gucken in wiefern wir Maschinen wiederverwerten, wieder aufbereiten.
00:03:27: also insofern ist es wirklich mehr ein Thema in Richtung Kreislaufwirtschaft geworden und deswegen inzwischen ein Thema was mich sowohl im Fachverband als auch in der Querschnittsabteilung im VdMA begleitet.
00:03:37: Deutschland ist ja auch laut Bundesumweltamt durchaus erfolgreich im Widerverwerten.
00:03:43: Laut dem von Prognos erstellten neuen Statusbericht der Kreislaufwirtschaft wurde im Jahr, im Jahr zwanzigundzwanzig etwa für Papier eine Rücklaufquote von achtundsiebzig Prozent erreicht – das ist mehr als die EU-Durchschnitt von fünfundsebzig prozent.
00:03:58: Für Glas waren es gut Einenundachtzig Prozent, Sechsundachtzlich Prozent für Papiere und Pappe und knapp Neunundsechzig Prozent für Verpackung.
00:04:07: Das heißt, Deutschland liegt damit über den Quotenvorgaben für die EU.
00:04:12: Können wir uns da auf die Schulter klopfen?
00:04:14: Herr Loden?
00:04:15: Ja eigentlich schon!
00:04:17: Wir können uns da auch auf die schulter klopfen weil wir wirklich viel erreicht haben und es und wir reden auch oder wir haben früher uns um ein paar Hauptstoffströme gekümmert und heute ist das wesentlich mehr geworden.
00:04:30: Wir sprechen auch im Moment darüber wie wir Textil-Recycling auf die Reihe bekommen und auch Baustoff Recycling und Recylingbaustoffe sind ein großes Thema, weil das auch der größte Massenstrom ist den wir im Abfall haben.
00:04:49: Also es hat sich viel getan Wir sind weit gekommen allerdings Auch noch nicht da wo wir hin müssten.
00:04:57: Genau also dem kann man eigentlich kommen was hinzufügen.
00:04:59: ich würde auch sagen Es ist ja selten, aber man kann wirklich mal sagen wir dürfen da auch stolz auf uns sein und auf das was wir da schon erreicht haben.
00:05:09: Abfälle mit wertvollen Rohstoffe fallen ja auch wirklich fast überall an zu Hause im öffentlichen Raum in Unternehmen.
00:05:17: wo liegen die größte Hebel um des Recycling jetzt noch zu verbessern?
00:05:21: Frau Dr.
00:05:22: Brückner.
00:05:23: Also ich glaube für Hebel gibt es da gibt es noch viele.
00:05:27: ein ganz zentraler Hebel ist aus unserer Sicht, dass wir wirklich noch stärker in den Bereich kommen müssen.
00:05:34: Dass wir nicht nur von Wertstoffen sprechen sondern das wir wirklich mit Wertstoffe umgehen und Wertstoff handeln.
00:05:43: Und das heißt Wir brauchen Materialien die wirklich auch einen Wert haben Die wieder eingesetzt werden können, die wieder eingesetzt werden wollen wo wir frühzeitig anfangen, die hochwertigen Materialien rauszuholen und diese dann eben halt auch wirklich möglichst lange auf einer möglichst hohen Ebene wiederverwerten und wieder in den Kreislauf bringen.
00:06:09: Es wird immer so gerne gefragt ja wir sammeln hier, wir schmeißen alles in unterschiedliche Tonnen am Ende des Tages wird das doch alles wieder zusammengekippt.
00:06:21: Den muss man zum Beispiel ganz klar widersprechen, es wird nicht hinterher alles wieder zusammengekippt.
00:06:27: Es mag immer irgendwo mal ein Scharf geben aber im Gro und im Ganzen Herr Ludden würde keine Recyclinganlagen, keine Sortieranlagen bauen wenn hinterher wieder alles zusammen gekippt werden würde.
00:06:41: Und insofern glaube ich, diese erste Sortierung in den Haushalten ist schon ein ganz wichtiger Schritt.
00:06:49: Ich glaube der wirklich große Hebel wird sein wenn wir die Stoffe mit denen wir da umgehen mehr noch als jetzt als Wertstoffe begreifen.
00:07:04: Die Schlüsseltechnologie ist eine Technologie.
00:07:11: Wir brauchen Maschinen und wir haben heute Sensoren, die besser sind wie das menschliche Auge oder was der Mensch wahrnehmen kann.
00:07:21: Wir können also zum Beispiel Kunststoffarten unterscheiden.
00:07:24: Also Polypropylen von Polyethylene.
00:07:26: Das kann der Mensch nicht.
00:07:30: Diese Technologien helfen uns reine Materialien herzustellen, die dann auch in die Wiederverwertung können.
00:07:38: Diese Technologien sind aber nur dann sinnvoll, wenn man auch entsprechende Mengen zusammenbekommt.
00:07:45: Also für zehn Tonnen am Tag macht es keinen Sinn solche Sensoren einzusetzen.
00:07:51: Also brauchen wir unbedingt größere Mengen an Material und wir sprechen da in den modernen Sortieranlagen von zwanzig Tonnen die Stunde Kunststoffabfälle oder gelbe Säcke also Material aus dem dualen System.
00:08:06: Und diese Hochskalierung, die ist so wichtig.
00:08:09: Und das ist auch der Kern wenn wir darüber sprechen wo verlieren wir Wertstoffe?
00:08:15: dann verlieren Wir wertstoffe in den Anfallstellen Wo nur kleine Mengen anfallen weil einfach dort eine Sensor gestützte Sortierung sich nicht lohnt.
00:08:27: und Das sind genau die Ansätze.
00:08:29: Da müssen wir schauen wie wir da bei diesen Sensoren weiter nach vorne kommen.
00:08:34: Gibt es denn aber vielleicht auch Materialien, wo's schwieriger ist als bei anderen die besser wiederzuverwerten?
00:08:40: und woran liegt das dann?
00:08:42: an der Politik?
00:08:43: An den vorhandenen Technologien oder vielleicht doch an uns, an den Verursachern.
00:08:50: Also ich glaube ein großer Punkt den wir leider immer wieder sehen ist dass gerade im Bereich des Kunststoffs viele Technologin haben wir viele Möglichkeiten haben, den hochwertig zu recyceln.
00:09:07: Aber so gefühlt jedes Mal wenn das Recycling gerade richtig in Schwung kommt, sagen wir mal ungünstiges Preissignal aus den Rohölmärkten bekommen.
00:09:22: und man muss einfach sehen der Kunststoff wird entweder aus Recyling gewonnen aus biobasierten Materialien oder eben noch zum überwiegenden Teil heute, aus Rohöl.
00:09:33: Und demnach hängt der Preis für neue Materialien beim Kunststoff am Rohölpreis.
00:09:39: und wenn der nach oben geht dann werden die Kunststoffe teuer und wenn er singt dann werden sie billig.
00:09:47: und dann kommen wir immer wieder an den Punkt dass sich z.B.
00:09:53: ein Recycling Rohstoff nicht mehr preislich durchsetzen kann gegenüber einem primären Kunststoff, wie wir den nennen würden.
00:10:05: Und das ist natürlich sowas was sehr schwierig ist für einen Markt der versucht sich zu etablieren für ein Markt in der Stelle auch an einigen Stellen einfach noch im Hochlaufen ist wenn er immer wieder so eine unnützige Preissignale bekommt.
00:10:20: Deswegen finden wir es zum Beispiel sehr gut, dass jetzt auch in der nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie die veröffentlicht worden ist drin ist zu sagen ja wir wollen auch für die öffentliche Hand, für öffentliche Projekte den Einsatz von Recyclingmaterialien.
00:10:39: Viele sagen jetzt das geht ihnen nicht weit genug aber die Tendenz ist da richtig zu sagen Die öffentliche hand ist einer der größten Beschaffer in Deutschland.
00:10:46: Also da darauf zu gucken, dass da Recyclingmaterialien eingesetzt werden.
00:10:54: Wenn wir mit Steuergeldern bauen und mit Steuern geldern beschaffen – das ist etwas was wir für sehr sinnvoll halten und wo die Politik auch einen großen Hebel
00:11:02: hat.".
00:11:03: Was müsste sich denn noch ändern?
00:11:04: Sie haben es gerade schon angesprochen Frau Dr.
00:11:06: Brückner.
00:11:07: Die Politik ist gefragt aber was konkret muss ich ändern damit wir das Kunststoffrecycling wirklich aufs nächste Level leben können?
00:11:14: Herr Ludden
00:11:15: Aus technologischer Sicht kann ich Ihnen sagen, dass wir Probleme haben mit sogenannten Verbundwerkstoffen.
00:11:22: Also immer dann wenn wir keinen einzelnen Kunststoff haben oder kein Polypropylen, keine PET Dann können wir es natürlich mechanisch nicht trennen Sondern wir sind darauf angewiesen das Material als verbunden Material auszuschleusen.
00:11:40: Das macht man zum Beispiel mit Tetrapax.
00:11:43: Da gibt es spezielle Aufbereitungstechnologien, die dieses Thema Papierfolie Aluminium, die das trennt weil eben auch die Mengen so groß sind.
00:11:53: Bei vielen anderen Verbundverpackungen haben wir aber diese Aufbereitungsschritte nicht und dann können wir als Sortierer diese Materialien nur in eine minderwertige Fraktion geben und die wird oft dann im Ersatzbrennstoff Verbrennungsanlagen oder Ersatzbrensch.
00:12:16: auf Kraftwerken werden sie dann verbrannt, dient teilweise zur Substitution von Kohle und werden also noch verwendet energetisch.
00:12:27: Wir möchten aber natürlich diese Materialien möglichst ins hochwertige Recycling bringen.
00:12:32: Also verbunden.
00:12:33: Materialien habe ich erwähnt.
00:12:36: Ein Beispiel dafür sind zum Beispiel Fleischschalen, die wir haben.
00:12:39: Dort gibt es eine Oxidations-Sperrschicht damit das Fleisch nicht gammelt.
00:12:44: Die ist wieder auf einem Trägermaterial aufgebracht und das ist nochmal mit einem Glanzmaterial verbunden.
00:12:51: Wir kommen dann so im schlimmsten Fall auf sieben verschiedene Schichten, die so eine Multilayer Verpackung beinhaltet oder aus der sich hergestellt wurde schwierig zu trennen.
00:13:07: Also ist die Aufgabe in den nächsten Jahren diese Verbundwerkstoffe möglichst durch sortenreine Kunststoffe zu ersetzen.
00:13:16: Manchmal wird das nicht möglich sein, weil man zum Beispiel bei so einer Oxidations-Sperrschicht eine bestimmte physikalische Eigenschaft braucht.
00:13:23: aber in ganz vielen Fällen können wir bestimmt auch auf Monomaterialien umschwenken Und dieser Umschwenk hieße, dass wir das Material dann in die reine Fraktion bekommen und dann sind wir im Recycling.
00:13:38: Aber ich finde, das Stichwort Trennen ist auch ein ganz schönes, weil also zumindest ich... Ich weiß nicht wie es dir geht Michael!
00:13:43: Ich werde ganz oft gefragt was kann ich denn zu Hause machen um Kreislaufwirtschaft voranzubringen?
00:13:49: Was kann ich dann machen damit mein Joghurtbächer besser recycelt werden kann?
00:13:54: Das sind ja manchmal wirklich so ganz banale Dinge Wie wenn ich eine Verpackung habe Sie möglichst weit auseinanderzunehmen.
00:14:02: Also bitte den Joghurtdeckel vom Becher abmachen, weil es einfach unterschiedliche Materialien sind und wenn's zusammen hängt ist einfach Schwierigkeiten gibt.
00:14:11: das andere ist auch so ein bisschen.
00:14:13: wir haben manchmal auch momentan Trends in der Verpackung die erstmal gut aussehen aber nicht unbedingt gut sind.
00:14:23: sprich Wir hatten eben das Thema Multi-Layer.
00:14:26: Das kann manchmal auch sein, ich habe ursprünglich eine reine Kunststoffschale gehabt und ersetze die jetzt durch einen Verbund aus Papier und Kunststoff.
00:14:35: Papier ist generell nicht schlecht zu recyceln, Kunststoff ist generelly nicht schlecht zur Recycling.
00:14:40: Wenn ich die beiden aber zusammenklebe, hab' ich potenziellen Problemen im Recyling.
00:14:44: Also da so ein bisschen drauf achten!
00:14:46: Aber vor allen Dingen, das wäre mein ganz großer Appell an jeden der es hört... Trennt die Sachen so weit wie möglich zu Hause, bevor ihr sie in die Tonne schmeißt.
00:14:55: Ihr müsst sie nicht waschen oder in die Spimmaschine tun aber den Deckel abmachen das sind keine drei Sekunden macht's einfach!
00:15:03: Das ist ein super Tipp.
00:15:05: viel diskutiert wird ja außerdem auch noch das Batterie Recycling.
00:15:09: da haben wir jetzt noch gar nichts drüber gesprochen.
00:15:11: warum ist das so besonders und welche Rolle spielt hier vielleicht auch die Brandgefahr speziell?
00:15:17: Wir haben momentan wahnsinnig viele Brandereignisse, weil jemand Batterien in den Hausmüll und Kunststoffmüll in irgendwelche Fraktionen reingetan hat, wo es nicht hingehört.
00:15:29: Und es gibt nur einen einzigen Ort für Batterien – das ist die Batteriesammlung!
00:15:36: Da bitte auch noch mal selber das Bewusstsein draufschärfen.
00:15:39: Batterien heißt nicht nur die Automobilbatterie, die ich aus meinem Fahrzeug ausbaue oder die Batterie, die ich aus meiner Fernbedienung rausnehme.
00:15:49: Batterie kann auch heißen meine E-Vibe, die vielleicht als einmal Konsumgut gekauft habe.
00:15:57: Das kann auch heissen die Glückwunschkarte, die mein Kindern vom Kindergeburtstag überreicht habe, die ganz toll Musik spielt und irgendwann spielt sie nicht mehr.
00:16:07: Sie gehört nicht in den Papiermüll.
00:16:10: Batterien müssen gesondert gehandelt werden.
00:16:12: Sonst brennt uns die Recyclinginfrastruktur.
00:16:15: Genau!
00:16:16: Ich habe mit meinen Betreibern gesprochen und wir haben in den großen Sortieranlagen bis zu drei Brandereignisse pro Schicht.
00:16:27: Also, in acht Stunden haben wir drei Branderreignisse.
00:16:31: Und woher kommt das?
00:16:33: Das sind zum größten Teil Lithium-Ionenakkus also der Akku, der auch in jedem Handy drin ist.
00:16:40: und dieses Lithium was da drin ist wird wenn wir sortieren Und vorne das Material zerkleinern, damit wir es gut transportieren können in der Sortieranlage.
00:16:49: Dann haben wir dort Schredder und dann wird diese Batterie angeschlagen.
00:16:55: Und dann kommt da Luftfeuchtigkeit dran und er hat Alkali-Metalle wie also das Lithium.
00:17:00: Das reagiert mit dieser Feuchtigkeit und dann entsteht Wasserstoff und es ist Wärme.
00:17:07: Wenn die Wärmung nicht weg kann, dann erhitzt sich dieser Lithium-Ionenakku und dann kommt es zu einem Brand.
00:17:14: Und wir haben, es gibt umfangreiche Untersuchungen dazu.
00:17:19: In den ersten fünf Minuten hinter dem Schredder haben wir ungefähr achtzig Prozent aller Branderreignisse und da geht meiner Meinung nach ninety-fünf Prozent dieser Branderereignisse gehen zurück auf Lithium-Johnenbatterien.
00:17:34: also Wir haben ein...und wir haben in den letzten fünf Jahren unsere Also die Neuanlagen, die gebaut wird.
00:17:41: Die haben massiv in Brandschutz investiert.
00:17:44: Das geht so weit dass das gegenüber einer Anlage von vor zwanzig Jahren wir zwischenzeitlich zwanzich Prozent des Invests in Brand-Schutzanlagen und Brand Schutz stecken müssen.
00:17:58: also meine Kunden.
00:18:00: Und das ist eine riesige Gefahr und es sind auch in den vergangenen Jahren in Deutschland mehrfach Anlagen wirklich abgebrannt und da geht es um Schäden von der Anlage, von zehn und zwanzig Millionen Euro.
00:18:18: Und bis die Anlagen wieder aufgebaut sind dauert das ein Jahr eineinhalb teilweise zwei Jahre und da entsteht einen riesigen Schaden dass Material muss umgeleitet werden Es muss mit Lkw zu anderen Anlagen gefahren werden.
00:18:32: also der ökologische Schaden bei so einem Brand neben dem wirtschaftlichen Schaden, der ist sehr hoch und das liegt ganz klar nicht an der Technik.
00:18:42: Und es liegt auch nicht am Betreiber sondern es liegt wirklich an den Fehlwürfen im Material.
00:18:48: Wir sprechen da auch von Fehlwirfen vom Lithium-Jonen Akkus in den Dualsystem also im gelben Sack oder in der gelben Tonne.
00:18:57: was da eine Lithium Akku zu suchen hat ist mir schleierhaft weil's bestimmt keine Verpackung ist
00:19:04: Und das Problem fängt ja auch schon früher an.
00:19:06: Wir haben ja auch Müllfahrzeuge, die brennen!
00:19:08: Wenn wir mit den Kollegen von den Müll-Fahrzeugen sprechen... Die Fahrer von Müllfahrzeug kriegen momentan ein dezidiertes Brandschutztraining.
00:19:20: Das muss man sich mal klarmachen.
00:19:22: Sie werden auf Brandschutz trainiert und auf was sie tun müssen wenn sie merken dass bei ihnen hinten in der Ladung es zu warm wird.
00:19:31: Ich kann Ihnen sagen was die tun?
00:19:33: Die schütten den Müll im wahrsten Sinne des Wortes auf die Straße.
00:19:37: Als Schutzmaßnahme für Leute, die dieses Fahrzeug fahren, damit es da nicht zu Personenschäden kommt!
00:19:46: Aber das möchte ich bitte, dass dieses Bild mal einmal bei allen einsingt und dass Sie sich das vor Augen führen wenn sie das nächste Mal überlegen ob man die eine Batterie denn nicht doch in den Hausmüll schmeißen kann.
00:19:56: Überlegen Sie sich ob Sie vor Ihrem Haus auf Ihrer Straße ein ausgekipptes Müllfahrzeug haben möchten?
00:20:03: oder ein brennendes.
00:20:04: Ich glaube, beide Alternativen sind nicht gut.
00:20:06: deswegen dieser eingehende Appell am Anfang.
00:20:09: es ist momentan wirklich ein wichtiges Thema die Batterien nicht da irgendwo hinzuschmeißen.
00:20:16: Und wie steht es um Battery Recycling?
00:20:19: Es gibt eben auch beim Batterie Recyling eine sehr gute Entwicklung, die wir im Moment haben.
00:20:25: Wir wissen ja dass in den Lithium-Ionen Akkus Wärtsstoffe drin sind, also auch seltene Erden.
00:20:33: Also seltener Metalle die wir brauchen.
00:20:36: und neben der dem Elektronikschrott Recycling kommt jetzt gerade das Batterie-Recycling, also wir demontieren die Batterien dann haben wir innen drin diese schwarze Masse wie sie genannt wird und die geht dann zu den wirklichen Metallaufbereitern und die sind in der Lage dort diese Metalle zurückzugewinnen.
00:20:59: Das macht uns auch in gewisser Weise resilienter gegenüber in den Lieferketten, wo zum Beispiel seltene Erden auch zum größten Teil aus China kommen und wir da abhängig sind.
00:21:12: Und wir haben eben auch Batterien hier in Deutschland und wenn die Recycling die recyceln werden wir eben ein Stück weit resilienter.
00:21:21: Ich finde es ist ja eigentlich momentan ein totales Chancenthema weil momentan fährt die Batterieproduktion hoch Und wir können eigentlich das Batterie-Recycling parallel hochfahren.
00:21:33: Sonst sind wir ja immer so ein bisschen hinten dran, die Sachen werden produziert, die werden hergestellt und genutzt und irgendwann landen sie dann im Recycling oder im Abfall.
00:21:44: Beim Batterie Recyling haben wir momentan eigentlich die Entwicklung der Batterietechnologien parallel zur Entwicklung der Recycling Technologien.
00:21:53: Das ist eigentlich so ein Momentum was ich finde dass wäre ganz toll das zu nutzen.
00:21:57: Deswegen auch da der Appell richtig entsorgen, dann haben wir die Materialien um dieses Batterie-Recycling hochzufahren.
00:22:04: Aber wir sehen zum Beispiel an Batterie Recycling diesen Widerspruch manchmal dass wir natürlich Design for Recyling machen müssen.
00:22:13: also wir müssen uns darum kümmern wie wir eine Batteriespäther sinnvoll und schnell und einfach wieder auseinander nehmen können um an diese schwarze Masse heranzukommen.
00:22:24: das widerspricht, aber dann manchmal der Wirtschaftlichkeit.
00:22:27: Weil man wahrscheinlich im Spritzguss besser ein Stück gießen kann wie dass man drei Stücke hat die man damit irgendwelchen Laschen versieht, die man wieder aufmachen kann um ans Material zu kommen.
00:22:39: und genau das Thema sind wir in der politischen Steuerung.
00:22:44: also dann brauchen wir die Politik die diese Wirtschaftlichkeit ich baue also irgendwas was möglichst günstig ist Aber schwer zu recyceln.
00:22:55: Da müssen wir eben an der Stelle mitdenken und da müssen wir Vorgaben machen, damit diese Hersteller ganz klar eine Vorgabe haben dass es eine gute Demontage geben muss weil wir möchten die schwarze Masse wieder recyceln.
00:23:12: Auch zwischen Energieeffizienz und Recycling muss mehr teilweise auch Abschätzung machen.
00:23:17: Also möchte ich meine Batterie noch ein paar Prozentpunkte effizienter haben oder möchte sie so haben, dass ihr sie hinterher zum Beispiel aus dem Fahrzeug wieder ausbauen kann?
00:23:27: Da gibt es aber schon so'n paar Weichenstellungen die man jetzt einfach treffen muss.
00:23:31: wenn man sagt man möchte generell weiter in Richtung Kreislaufwirtschaft gehen und man möchte auch die Batterien möglichst viel im Kreislauf fahren dann müssen wir eben halt vielleicht an der einen oder anderen Stelle wirklich... also das ist Es sind beides gute Ziele.
00:23:46: Wirtschaftlichkeit ist ein gutes Ziel, Energieeffizienz ist ein gutes Ziel, Recyclingbarkeit ist ein großes Ziel und da müssen wir eben halt einfach eine Abwägung treffen.
00:23:56: wie viel wollen wir aufgeben von anderen Zielen um Recyling nach vorne zu bringen?
00:24:01: Wo sind wir bereit beim Recycling ein bisschen zurückzugehen und sagen hier dafür habe ich vielleicht eine höhere Energie effizient oder dafür hab' ich ne Wirtschaftlichkeit.
00:24:08: Aber ich glaube, das ist genau der Punkt, wo man eben auch gucken muss wie man steuerend eingreifen kann und möchte.
00:24:14: Und welche Ziele man letztendlich als Gesellschaft da verfolgen möchte?
00:24:19: Ja dann lassen Sie uns jetzt mal auf die Maschinen gucken, die wichtig sind fürs Recycling denn die braucht's ja logischerweise.
00:24:26: Die entsprechenden Technologien haben wir schon darüber gesprochen.
00:24:29: Welche Rolle spielen hier die deutschen und europäischen Firmen auf dem Weltmarkt?
00:24:33: also wie innovativ sind unsere Maschienen überhaupt?
00:24:37: Herr Ludden!
00:24:38: Wir sind da, wir sind sehr innovativ und wir spielen auch eine Rolle auf dem Weltmarkt.
00:24:44: Und diese Rolle kommt daher dass wir seit neun Jahrzehnt zwanzig in Deutschland mit der ersten Gesetzgebung die da gekommen ist haben wir uns um die Entwicklung dieser Maschinen und Technologien gekümmert Um das Recycling nach vorne zu schieben.
00:25:01: und Im Abfall und im Wertstoffbereich und im Müll hat man keine klaren physikalischen Vorgaben, das heißt viel von dem was in der Abfall und Recyclingwirtschaft sich entwickelt hat ist eben zwar wissenschaftlich begleitet aber doch sehr durchaus probierend entstanden.
00:25:22: Das hört sich jetzt fast negativ an.
00:25:25: Hört sich
00:25:25: vielleicht ein bisschen negativ, aber... Durch die Forschung!
00:25:28: Also nennen wir es mal empirik.
00:25:33: also man musste ausprobieren weil die Beschreibung von Abfall was klare physikalische Eigenschaften angeht ein bisschen schwierig ist weil es sich immer gemischt ist weil das immer anders ist weil immer also Abfall dadurch definiert ist dass es einen Entledigungswillen gibt wenn sie möchten Frau Bohrmeister Also wenn sie es nicht mehr haben möchten, dann wird das Automatisch zu Abfall.
00:25:56: Diese Entledigungswille ist quasi die Definition von Abfall und das kann eben auch sehr viel sein oder eigentlich alles sein.
00:26:03: und sich darum zu kümmern dieses Material gut zu transportieren, dann zu sortieren und wieder in den Kreislauf zu bringen.
00:26:12: da haben wir uns in den letzten dreißig Jahren in Deutschland viel Mühe gemacht und viel ausprobiert.
00:26:18: Es gab viele Dinge, die nicht funktioniert haben.
00:26:21: Aber wir sind da sehr weit gekommen und wir und auch meine Marktbegleiter auf allen Kontinenten in der Welt bis nach Australien sind wir dort tätig und sind da gerne gesehen weil wir eben technologisch da sehr weitsind.
00:26:44: andererseits muss man sagen dass eine einfache Hausmüllsortieranlage wo man vielleicht zwei oder drei Fraktionen herstellt, dass das natürlich auch andere Menschen in der Welt bauen können.
00:26:58: So dass wir in der Hochtechnologie da sehr weit vorne sind aber in den einfachen Anlagen dann auch nicht mehr wird bewerbsfähig.
00:27:07: Genau das wäre mein nächster Punkt gewesen, Herr Lutten.
00:27:10: Sie haben China auch schon erwähnt?
00:27:12: Wie sieht es denn da aus?
00:27:13: also in vielen Märkten des Maschinenbaus ist China auf jeden Fall ein ernstzunehmender Konkurrent.
00:27:18: Ist es bei der Recycling Technologie auch so und wie begegnen sie diesen Wettbewerb?
00:27:24: Im Moment bezieht sich dieser Wett Bewehr würde ich einschätzen nur nur auf Einzelmaschinen.
00:27:32: Also wir sehen dass Schredder gebaut werden in China auch schon seit zehn Jahren und vor zehn jahren Konnte man also war die technologie noch lange nicht soweit.
00:27:46: Das was wir heute sehen am markt ist dass die sehr aufgeholt haben Und das sie auch shredder bauen können.
00:27:54: Wenn ich wenn wir also in die welt ziehen aus deutschland heraus, und ich mit einem kunden im arabischen raumspreche oder besser noch in südost asien dann hat er auch kein Interesse daran unbedingt ein europäisches Produkt zu kaufen, sondern der möchte eine Maschine die funktioniert und die möglichst günstig ist.
00:28:17: Und da tun wir uns auch als deutsche Anlagenbauer schwer immer nur europäische Maschinen einzusetzen also gerade in Brasilien in Südostasien im arabischen Raum.
00:28:30: dort schauen wir welche Anbieter gibt es dort für uns Service wichtig, wer ist dort vor Ort vertreten?
00:28:38: Wer kann schnellen Service leisten und wenn dort ein Chineses schnell ist gut ist Und dann auch noch preisgünstig.
00:28:47: Dann gewinnt der diesen Wettbewerb.
00:28:50: das Ist auch richtig so weil sich Weil wir diesen wettbewert brauchen weil dass auch dener der antrieb immer gewesen ist also Wir brauchen diesen wettebewerbs auch im entfernten Ausland, damit wir uns abheben können.
00:29:06: Damit wir neue Dinge entwickeln die eben dann jemand anderes noch nicht hat.
00:29:10: und das muss man sagen dass war in Europa aber auch schon so.
00:29:14: also das ist nicht China spezifisch sondern auch in europa mussten wir uns gegen türken gegen billiglohnländer mussten wie uns durchsetzen.
00:29:24: und das machen wir indem wir die neuesten Technologien entwickeln indem wir Konzepte vorstellen können, indem wir mehr also dem Kunden einen Mehrwert bieten können.
00:29:35: Wenn wir das nicht mehr können dann ist unser Geschäftsmodell eben auch nicht zukunftsfähig.
00:29:44: und an diesen Geschäfts Modellen da müssen wir arbeiten und da sind wir in Deutschland auch gar nicht schlecht.
00:29:50: Also der Mittelstand Die Recycling- und Abfalltechnik ist da sehr mittelständig geprägt.
00:29:56: Wir sind in ganz vielen Bereichen vorne, wenn wir drei Jahre vorne sind und drei Jahre Vorsprung haben, dann haben wir immer noch einen Markt.
00:30:07: Man muss allerdings sagen dieser Markt wird international vielleicht auch ein bisschen kleiner oder der Kuchen wächst und unser Marktanteil wird kleiner.
00:30:15: trotzdem wachsen wir.
00:30:17: Wobei man jetzt glaube ich gar nicht unbedingt nur auf Deutschland beziehen muss sondern man kann ruhig sagen der europäische Lagenbau inzwischen.
00:30:25: Wir haben da, glaube ich insgesamt in Europa vor allen Dingen auch in Deutschland, in Österreich und Italien einige sehr innovative Unternehmen in der Recyclingbranche.
00:30:39: Jetzt spielt KI ja auch wirklich in allen Bereichen des Lebens und auch im Maschinenbau eine immer größere Rolle.
00:30:45: Welche Möglichkeiten bietet denn?
00:30:47: die Einsatz von KI?
00:30:49: in der
00:30:51: KI ist ein weiter, ein weites Feld und wir sind im Bereich Maschinen-Learning tätig.
00:31:00: Und Maschine Learning ist nichts anderes wie Daten zu sammeln aus den Maschinnen diese Daten durch Algorithmen auswerten zu lassen um dann zu einer also A zu einer Datenaufbereitung zu kommen und dann eine Entscheidung zu treffen die dann automatisch läuft.
00:31:21: Und das sind teilweise ganz einfache Prozesse.
00:31:25: Als Beispiel, zum Beispiel wir schauen wenn wir Material splitten müssen also von einem Förderbänder auf zwei Förder bender dann gibt es da so eine Verteilschuhe und dann fällt das nach rechts und nach links und eigentlich sollte das eine Veteilung von fünfzig-fünfzig geben.
00:31:44: Genau an der Stelle kann man, wenn man dahinter Sensoren hat, diese Daten auswerten und einfach mal schauen wie die Flächenverteilung ist.
00:31:53: Und dann stellen wir eben fest das Material sich nicht so ideal verhält sondern dass auf der einen Seite vierzig Prozent liegen und auf der anderen Seite liegen sechzig und da das alles Folie ist, ist es mit dem menschlichen Auge wieder einmal nicht zu erkennen.
00:32:06: aber wir können diese Daten Und wir können dann diese Verteilschore verändern und dann haben wir eine Fünfzig-Fünfzigverteilung.
00:32:15: Das sorgt natürlich dafür, dass die Sensoren besser arbeiten können, dass wir energieeffizienter sind... ...und das hat also dann viele kleine Effekte!
00:32:23: Und das Gute daran ist es kostet kaum Geld.
00:32:27: man muss sich einmal darum kümmern diese Daten zu bekommen.
00:32:30: Die steckt man auf irgendeine Festplatte, lässt man die in eine Datenbank und dann wertet man die aus.
00:32:36: Man schreibt ein Algorithmus das macht man genau einmal und dann spielt man den immer wieder überall ein.
00:32:42: Und es ist also eine sehr kostengünstige Möglichkeit einfach Effektivitäten in den Anlagen zu heben.
00:32:53: Ja ich glaube man darf das auch nicht verwechseln.
00:32:56: Was in den technischen Anwendungen mit KI passiert, das ist ja nicht das worüber wir sprechen.
00:33:02: Wenn wir über ChatGPT sprechen oder andere Large Language Models, Cloud wie auch immer sondern das sind sehr nah an den eigentlichen Prozessen.
00:33:11: laufende Anwendung von KI und Und direkt daran anstehen, glaube ich ist das nächste Thema was sehr wichtig ist in der App von Recycling Technik momentan.
00:33:22: Nicht nur der Einsatz von KI sondern auch der Einsatz für Digitalisierung insgesamt also Das Sprechen der Maschinen untereinander, das Weitergeben von Informationen.
00:33:31: Dass wir da einen stringenten Datenfluss hinkriegen – das ist auch ein Projekt, mit dem wir uns momentan im Fachverband beschäftigen um da über eine UPCUA Standardisierung wirklich einen einheitlichen Datenfluß hinzubekommen und das sind glaube ich auch wirklich so Themen die die Branche gemeinsam voranbringen kann.
00:33:50: Genau, wenn wir da über das nächste Level sprechen.
00:33:53: Wenn wir also dann über die Zukunft der Sortierung sprechen, wo müssen wir denn hin?
00:33:59: Dann ist es genau der Weg über die Datenanalyse... ...die Störstoffe in einzelnen Fraktionen besser zu erkennen und auszuschleusen Sie wieder zu klustern und zu gucken was haben wir denn überhaupt damit man dann Daten basiert Entscheidungen treffen kann.
00:34:18: Was machen wir mit dem Material?
00:34:20: Wo führen wir es zusammen?
00:34:22: Wie können wir so zusammenführen, dass wir wieder eine Menge haben für die es sich lohnt einen speziellen Recyclingweg aufzubauen?
00:34:30: Das sind zum Beispiel technische Kunststoffe, die wir da haben also zum Beispiel Polyamide oder Polyurethane.
00:34:39: das sind sehr spezielle und sehr hochleistungskunststoffe.
00:34:43: aber trotzdem brauchen wir dafür ein Recyling Weg.
00:34:46: Und da sind wir dann wieder am Anfang des Gesprächs, wie kriegen die Recyclingkoten hoch.
00:34:51: Da kann uns die KI sehr helfen weil wir eben jetzt Datenbasiert Entscheidungen treffen können und wir kommen weg von dem was ich mal empirik genannt habe also wo wir viel ausprobiert haben in den letzten dreißig Jahren.
00:35:08: Jetzt sind wir an einem Punkt wo wir wirklich Daten getrieben und Daten, durch Datenanalyse Entscheidungen treffen können.
00:35:19: Und das in einem Stoffstrom der sich eigentlich ständig ändert, der immer wieder neue Materialien hat, wenn jemand meint er muss eine neue Verpackung entwickeln dann landet die nach einer Weile bei uns wieder in den Sortieranlagen.
00:35:34: Das heißt wir haben diese Aufgabe mit diesem Inputmaterial immer das bestmögliche zu machen.
00:35:41: Da bringt uns die KI eine Riesenschance und ein Riesen ist ein Rieseninstrument.
00:35:47: Und einen Riesentool, was wir da in die Hand bekommen um dort gute Entscheidungen zu treffen.
00:35:53: Ja auch hier wieder finde ich es ist ne wahnsinnige Chance für Europa weil... Du hast am Anfang auch wieder die Brücke zum Eingang des Gesprächs.
00:36:01: Du hast gesagt, wir machen schon sehr lange Recycling hier.
00:36:04: Wir haben schon eine Interpretierung, dass man bestimmte Stoffströme sortiert.
00:36:08: Das heißt aber auch, wir haben schon die Anlagen in denen schon heute Daten anfallen, die man wieder nutzen kann und sie auszuwerten um damit KIs zu trainieren.
00:36:17: Das heißt, das ist glaube ich schon auch ein Vorsprung den wir uns hier gerade erarbeiten durch den frühzeitigen Einsatz von KI.
00:36:23: Durch die schon bestehende Infrastruktur im Recycling und in der Kreislaufwirtschaft, den wir hoffentlich nutzen oder ausbauen können.
00:36:32: Die Frage ist ja auch, ist die Recyclingquote die einzige Zielgröße auf die wir uns konzentrieren müssen?
00:36:39: Also müssen wir möglichst viel Material wieder recyceln.
00:36:44: Ich bin der Meinung, wir sind heute auch dabei uns natürlich zu überlegen.
00:36:50: Wie können wir viel Material recyceln?
00:36:51: aber auch wie kommen wir ins hochwertige Recycling?
00:36:55: Also welche Materialien sind da die wir wirklich wieder in das Hochwerk die Recycling bekommen?
00:37:03: und das heißt Wir müssen die Qualitäten der Recykling Kunststoffe nach oben schieben.
00:37:08: Und auch dahilf helfen uns Sensoren es hilft uns die KI Weil wir dieses Thema Störstofferkennung.
00:37:15: und hier mal ein Beispiel, Wir können Polyethylen mit diesen nahen Farot-Sensoren erkennen.
00:37:23: Und eine Silikonkartusche besteht aus Polyethylen.
00:37:27: Wenn wir also in der Sortieranlage auf Polyethylene trennen Dann müssten wir diese Silikkonkartuschel in dieser Polyethilenfraktion geben.
00:37:39: Silikon stört aber sehr stark den Aufbereitungsprozess.
00:37:44: Und wenn wir diesen Sensor mit einer Kamera kombinieren und diese Kamera antrainieren, dann sehen wir also eine Silikongartusche die aus dem Hagebaumarkt oder aus einem anderen Baumarkt kommt.
00:37:59: Dann können wir dem Sensor sagen, es ist PE, aber trotzdem aufgrund des Silikons innen drin den der nahen Frau Roth nicht sehen kann.
00:38:11: Also über die Bilderkennung können wir dann eben trotzdem dieses Material nicht in die PE-Fraktion
00:38:18: ausschleusen.".
00:38:19: Dann lassen Sie uns jetzt zum Ende des Podcasts nochmal einen Blick in die Zukunft werfen!
00:38:24: Sie kommen ja beide gerade von der E-Fahrt, der weltgrößten Umwelttechnikmesse zurück.
00:38:30: Welche technologischen Trends haben sie da beeindruckt und welchen sind sie begegnet?
00:38:37: Also für mich war an allen Ständen, meine.
00:38:43: Für mich war überall zu sehen auf der E-Fahrt dass das Thema Digitalisierung überall einzughält also das was wir schon im Zusammenhang mit KI diskutiert haben.
00:38:53: Wir sehen also das das Dashboards überall also dieses diese Themen also Dashboards Überall aus dem Boden schießen wo wir die Daten aus den Anlagen aufbereitet werden, damit ein Betreiber sieht was funktioniert.
00:39:10: Und das gilt nicht nur für die Anlagen, es gilt auch für die Maschinen.
00:39:14: und dann sind wir beim Thema OPCUA.
00:39:16: also wie kommen sie raus aus der Maschine?
00:39:20: Wie wird sich verarbeitet?
00:39:22: Da sind eben solche Daten-Schnittstellen, Standards wie OPCUA, die sind da wichtig!
00:39:30: viele Menschen Gedanken machen und dann ist die frage ja anzeige dieser daten das ist ja schön.
00:39:36: aber was passiert denn noch?
00:39:37: wozu ist in das gut.
00:39:39: Und ich kann ich sehe eben dass da im bereich der vorausschauenden wartung sehr viele dinge möglich sind wenn man daten aufzeichnet wenn man Datenaufzeichne, die auch einfach zu bekommen sind.
00:39:57: Zum Beispiel eine Stromaufnahme von einem Motor bei uns an einem Förderband.
00:40:01: Wenn ich das komplett mitschreibe und dieser Motor irgendwann mehr Strom verbraucht und ich das sehe dann weiß ich irgendwas ist nicht in Ordnung.
00:40:12: Mehr Stromverbraucher, dass mehr Energie heißt ein Lager ist vielleicht defekt Es gibt irgendwo eine Wicklung, also irgendwelches Material hat sich irgendwo gewickelt.
00:40:21: Also irgendwie braucht der Motor mehr Energie und dann kann ich ganz gezielt jemanden hinschicken und der guckt mal was da los ist.
00:40:28: Solche Dinge waren früher in den kleinen Anlagen kein Problem weil der Betriebsleiter einmal in der Schicht durch die Anlage ging und geguckt habe alles in Ordnung ist.
00:40:40: heute reden wir über Anlagen mit Hundertfünfzig Förderbändern und mindestens sechszig verschiedenen Sensoren.
00:40:46: Und da ist dieses, ich gehe mal eben kurz durch die Anlage und gucke mal ob alles in Ordnung ist.
00:40:51: Das einfach nicht mehr möglich.
00:40:53: Dann brauchen wir diese Daten umgezielt zu schauen wo etwas nicht in Ordnung ist.
00:41:01: Und das genau kann diese Datenanalyse bringen.
00:41:05: Da sehe ich eben dass sich sehr viele Firmen damit befasst haben viele einfache Möglichkeiten eröffnen, um effizienter zu werden.
00:41:18: Um Energie zu sparen.
00:41:20: Um
00:41:20: Qualitäten zu verbessern.
00:41:23: Da ist ein riesiger Hebel und das war auf der IFA das was man sehen konnte?
00:41:28: Ja ich
00:41:29: bin nicht bei dir und also ich glaube was mich am meisten beeindruckt hat ist dass es eine unglaubliche positive Stimmung auf dieser Messe war.
00:41:37: Das ist irgendwie so.
00:41:38: Es sind so viele technologische Fortschritte auch wieder in den letzten zwei Jahren zwischen den beiden Messen passiert.
00:41:51: Das hat sich irgendwie viel weiterentwickelt, ich finde es immer wieder spannend und faszinierend dass Dinge die vor fünf oder zehn Jahren als technisch nicht lösbar galten heute ein bisschen ja das haben wir schon aus Problemen belächelt werden, so etwa.
00:42:11: Dass da oftmals die technische Entwicklung gerade in dem Bereich schneller passiert als man teilweise das Wissen darüber in die Bevölkerung tragen kann.
00:42:24: Ich finde immer noch das Beispiel so schön, als ich in die Branche gekommen bin, hieß es überall und das heißt es teilweise außerhalb der Branche immer noch, man kann keine schwarzen Kunststoffe sortieren.
00:42:33: Nee ist lang gelöst das Problem!
00:42:35: Wir haben das Problem mit Silikonkartuschen.
00:42:37: Ist lang gelösst.
00:42:38: Also dieses... immer wieder die Innovationszüglichen sind einfach sehr kurz in meiner Wahrnehmung und ich finde es passiert unheimlich viel und ich fand zwar eine wahnsinnig positive Aufbruchsstimmung auf der Messe Das war glaube ich das was mich da am meisten beeindruckt hat.
00:42:54: Und Ich bin auch der Meinung dass dies Thema Abfall- und Recyclingtechnik immer noch in der Politik viel zu wenig wahrgenommen wird, weil wir sehr viel erreichen können wenn wir Abfälle gut recyceln und in den Kreislauf zurückbringen.
00:43:12: Aber dass immer noch irgendwie so Richtung Müll- und Abfall geht also diese negativ besetzt Sache ist Und das muss man sagen da sehen wir In den arabischen Ländern Wir sehen das in Südamerika Wir sehen Das auch im Südostasien auch in ärmeren Ländern.
00:43:30: Da sehen wir, dass die Bevölkerung es wahrnimmt, das man den Abfall nicht mehr einfach nur irgendwo vergraben kann und dass diese wilden Kippen, die es früher auch in Deutschland gab, dass das einfach nicht der Weg ist.
00:43:45: Der ist zwar etwas aufwendiger und er ist auch mit Kosten verbunden aber die Bevölkerungen sind bereit da mit zu helfen.
00:43:59: Gutes Stichwort, denn jetzt letzte Frage heute.
00:44:04: Lassen Sie uns noch mal zum ganz großen Wurf ansetzen.
00:44:07: Hundertprozent hochwertiges Recycling das haben sie ja auch angesprochen Herr Loden.
00:44:11: es geht nicht nur um hundert Prozent Recyling sondern auch um hochwertige Recycling für alle wichtigen Materialien.
00:44:17: ist das denn in absehbarer Zeit erreichbar oder ist es Utopie?
00:44:23: Also ich bin sogar der Meinung dass wir's gar nicht erreichen sollten weil es meiner Meinung nach ökologisch keinen Sinn macht.
00:44:32: Also für mich heißt das, also wir haben in der Sortieranlage immer noch einen Restestrom.
00:44:39: und dann ist mal die Frage was kann ich mit diesem Reste Strom machen oder sollte ich den weiter aufbereiten?
00:44:45: Und da kann ich Ihnen sagen wenn ich dann ein kleines Stück Kunststoff habe was vielleicht einmal ein Joghurtbecher war und er ist total verdreckt Und ich kann also vor lauter Restjoghurt gar nicht erkennen, welcher Kunststoff da wohl ist.
00:45:00: Dann ist die Frage ob ich den wirklich mit Fünfzig Liter Wasser und noch ein bisschen Shampoo und Spüli, ob ich dem dann sauber mache um dann noch Null Komma fünf Gramm Kunststoff in das hochwertige Recyclingzug zu bringen oder ob ich diesen Reststoff nehme, gucke dass sich da alles Gute rausgenommen habe vielleicht in die energetische Aufbereitung, sprich in Waste-to-Energieanlagen gebe und dann noch den Energiegehalt der da noch drin ist Nutze.
00:45:33: Und ansonsten lieber das Wasserspare und die Energie, die ich da brauche.
00:45:39: also Ich glaube dass wir zero waste Ist vielleicht gar nicht Das Ziel was wir erreichen sollten sondern Wir sollten ins hochwertige Recycling Wir sollten möglichst viele Materialien ins Recyling bringen.
00:45:54: Aber ich denke, wir sollten immer auch uns irgendwann mal ökologisch die Frage stellen ob das dann noch Sinn macht.
00:46:01: Das weiter aufzubereiten.
00:46:03: und ich glaube dass da einfach wirtschaftlich und nicht nur wirtschaftliche sondern wirklich ökologically es keinen Sinn macht.
00:46:11: Und dann kann man Energie verwenden Wärme machen Strom machen und dann ist alles gut.
00:46:18: Ja, wir haben viele wertvolle Tipps bekommen.
00:46:20: Zum Beispiel Batterien bitte auf gar keinen Fall einfach in die gelbe Tonne oder eine andere Tonne, die da vor der Tür steht und einen Abfall möglichst immer kleinteilig zerlegen.
00:46:31: Und ich denke auch alle haben gelernt dass die Technik für besseres Recycling in vielen Bereichen auf jeden Fall schon gut vorangeschritten ist und es jetzt entscheidend ist die richtigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen damit aus immer mehr Abfällen hochwertige Rohstoffe werden und die Kreislaufwirtschaft wirklich ihr volles Potenzial entfalten kann.
00:46:52: Herzlichen Dank für diese spannenden Einblicke und das spannende Gespräch an Michael Ludden, geschäftsführender Gesellschafter von Sudco Recycling Technik und danke an Dr.
00:47:03: Sarah Brückner Geschäftsführerin des VDMA Fachverband abfall- und recyclingtechnik!
00:47:09: Vielen Dank
00:47:10: Danke schön.
00:47:11: Vielen herzlichen Dank!
00:47:12: Ja,
00:47:12: Informationen zum Thema Recyclingtechnik finden Sie auch auf unserer Homepage vdmr.eu und wenn Ihnen diese Folge des Industrie-Podcasts gefallen hat
00:47:22: dann
00:47:23: abonnieren sie ihn gerne auf Spotify, Apple Podcasts, YouTube Music oder Podgy.
00:47:28: Vielen dank fürs Zuhören und gerne bis zum nächsten Mal.
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